Montag, Oktober 31, 2005

Das Jura war eine dunkle Zeit

Wofür braucht man die ganzen Juristen? Ganz einfach, die Überzähligen steckt man in die Politik. Auf der Straße rumlungern lassen kann man diese armen, sinnlosen Existenzen ja auch nicht. Obwohl man dann ein paar abschreckende Beispiele hätte, um die Kinder vor diesem Joch bewahren. Daher sehen wir der grausamen Wahrheit ins Auge: Wir leben in einer Diktatur der Juristen.

Freitag, Oktober 28, 2005

Guru Meditation

Charles Petzold über Visual Studio 2005:

Does Visual Studio Rot the Mind?

Spruch des Tages

"Wirfst du deiner Frau nicht ab und zu eine Rose ins Putzwasser?"

Haraldt Schmidt (zu Manuel Andrack)

Donnerstag, Oktober 27, 2005

The space age has just begun

Architecture Astronauts Are Back

Dieses Phänomen steht in Zusammenhang mit der rasend um sich greifenden Marketingseuche. Dagegen ist die Vogelgrippe nur ein Klacks:

CDC Warns Of Viral Marketing Influenza Outbreak

Mittwoch, Oktober 26, 2005

Mediale Verweigerung

Es ist mittlerweise so viel Unsinn und Halbwahrheiten über eine mögliche Mutation des Vogelgrippen-Virus und dessen Folgen geschrieben worden, daß ich heute einfach gar nichts dazu sage ... nö ... überhaupt nichts ... nicht ein Wort ... so das haben die jetzt davon ...

Alles im Eimer

Ein schöner Artikel in Telepolis über den gescheiterten Aufbau-Ost, der eigentlich nie als solcher geplant war. Besonders interessant ist die historische Perspektive, die zeigt, daß man viele Altlasten mit sich trägt ohne es direkt zu merken. Ein Punkt der nicht so deutlich angesprochen wird, ist die ablehnende Haltung der westdeutschen Industrie gegenüber der Konkurrenz im Osten. Hier ging es weniger um antipreussische Ressentiments als um das Ausschalten oder Ausschlachten von potentiellen Mitbewerbern um Marktanteile. Auch die Unwissenheit mancher Westdeutschen über die Vorgänge in Ost und West ist erschreckend. Man begegnet immer wieder Leuten, die nicht wissen, daß sowohl in den alten und in den neuen Bundesländern der Solidaritätsbeitrag gezahlt wird. Bei soviel Ignoranz ist die Einheit des deutschen Staates nur ein Papiertiger mit Zweckgemeinschaftsanspruch.

Dienstag, Oktober 25, 2005

Die ewig Gestrigen

Auch 60 Jahre nach Kriegsende gibt es Menschen, immer noch nichts dazugelernt haben. Zum Beispiel die "Preussische Treuhand". Die ganzen Vertriebenen- und Heimatverbände dienen alle als Auffanglager für alte Nazis, die immer noch ihrem Großdeutschland nachtrauern. Das sieht man zum Beispiel am einseitigen Weltbild an der Deutschen Kriegsgräberführsorge. Eine Zusammenarbeit mit polnischen Verbänden lehen sie kategorisch ab. Aber hier arbeitet die Zeit mal für die Demokratie.

Freitag, Oktober 21, 2005

Deftones - B-Sides & Rarities

Das langerwartete, neue Album der Deftones endlich erhältlich? Nicht so ganz. "B-Sides & Rarities" ist eine Sammlung diverser Covers von Helmet, The Smiths oder The Cure und Akustik-Varianten einiger Deftones Songs aus zehn Jahren Bandgeschichte (ich werde alt). Der Titel ist in jeder Beziehung Programm, denn auf eine A-Seite hätten es die wenigsten Stücke geschafft und wirkliche Hit-Qualitäten sind auch wirklich rar. Als kleinen Trost gibt es, in der edlen und ziehmlich dicken Packung, eine DVD mit allen Videos und ein paar Live-Mitschnitten. Dabei ist manchmal noch das Senderlogo von ARD und WDR zu sehen. Bleibt also doch nur das Warten auf das nächste Album, daß vorausichtlich im nächsten Jahr erscheinen wird.

Donnerstag, Oktober 20, 2005

Das tägliche Elend

Ich kann es nicht mehr sehen. Vierzig Jahre alte Muttis mit Tätowierungen, Augenbrauen- und/oder Nasenpiercing. Jetzt ist es zum Glück schon kälter draußen, daß man nicht mehr von Fettgebirgen, die aus viel zu engen Halterungen herausdrücken, in seinem ästhetischen Empfinden beleidigt wird. Aber sehen denn die Leute nicht, wie albern sie rumlaufen? Muß man den eigenen, verzogenen Wohlstandsgören alles nachmachen, um zu zeigen wie "cool" man noch ist? Und können die Kinder überhaupt noch ohne Tüte auf dem Kopf durch die Straßen laufen? Früher konnte man noch in Würde altern. Heute findet man das Wort Würde nur noch in Artikel eins des Grundgesetzes. An ihre Stelle ist die Gleichmacherei der Mediengesellschaft getreten.

Mittwoch, Oktober 19, 2005

Spruch des Tages

"The future is here. It's just not widely distributed yet."

William Gibson (1948 - )

Dienstag, Oktober 18, 2005

Hmmm, lecker, Fisch in Öl

Hier gibt es einen sehr anschaulichen Artikel, wie sehr wir wirklich vom Öl abhangig sind. Dabei geht es nicht um solchen Luxus wie Autofahren, sondern einfach Nahrungsmittel, die ebenfalls bald ein Luxusartikel werden könnten.

Eating Oil

Siehe auch: http://dieoff.org/

Montag, Oktober 17, 2005

Der Kunde ist blöd

Ja, ich gestehe. Ich bin kein Vieltelefonierer, der die Nebenzeitentarife der Antillen ausnutzt oder wie von Sinnen Video-Botschaften an alle, die es nicht interessiert, verschickt. Ich habe ein konservatives Kommunikationsprofil, also rede lieber direkt mit Menschen, als durch Maschinen. Wobei man heute oft nicht sicher ist, ob der Gesprächspartner den Turing-Test bestehen würde. Außerdem bin ich naiv und glaube an die Vernunft in der Welt. Daher ging ich frohen Mutes in einen Vodafone(TM)-Mobilfunkgeschäft, um mir nach einer automatischen Vertragsverlängerung das versprochene neue Telefon abzuholen. Es kam, wie es kommen mußte. Das gewünschte Model war gerade nicht verfügbar und bei meinem "Billig-Tarif" müsse ich sowieso noch ordentlich zahlen. Die dämlichen Bemerkungen der Verkaufsmöbel ("Kommen sie überhaupt über die Grundgebühr hinaus?") und ihr Überlegenheit-suggeriendes Grinsen hätten in einem zivilisierten Land ausgereicht eine Fatwa auszusprechen und den ganzen Laden einfach abzufackeln. Aber so etwas tut man nicht. Auch Degenerierte haben ein Recht auf Unversehrtheit. Auf Nachfrage, ob man sich den Subventionsbetrag für das Telefon auszahlen lassen könnte, reagiert man nur mit Unverständnis. "Bei uns geht so was gar nicht". Angeboten wurde mir lediglich ein Vertragswechsel mit irgendwelchen Minutenpaketen. Ganz toll, Erhöhung der Grundgebühr mit Funktionen, die ich nie ausnutze.
Ein Anruf bei der Vodafone-(TM)-Hotline brachte auch keine Hilfe. "Nein, Auszahlen können wir nicht, aber den Betrag auf die Minutenpakete gutschreiben ...". Nochmal für alle zum Mitschreiben: Ich will keine Minutenpakete!
Ein weiterer Versuch mit dem Vodafone-(TM)-Online-Shop war ein ähnliches Fiasko. Dort muß man nach Auswahl des Telefons (na, ratet doch mal) ein Minutenpaket auswählen. Es gibt keine Möglichkeit diese Optionen abzuschalten, nicht mal einen Leck-Mich-Button.
Also wieder zurück in den richtigen Laden, mit der vagen Hoffnung für wenig Geld ein uralt Modell zu kriegen. Hauptsache der Tarif bleibt gleich. Die cleveren Marketingfachleute haben den Laden aber in der Zwischenzeit komplett umgebaut. Das Zauberwort heißt jetzt UMTS. Der Verkäufer meinte 70% aller Angebote gehen nur im Zusammenhang mit einer Vertragsänderung zu UMTS. Für die normalen GSM-Handys werden für mich immer noch 100 EU oder mehr fällig. Na wunderbar, 20 EU Grundgebühr für den UMTS-Vertrag mit einem Haufen Funktionen, die ich nie und nimmer nutzen werde (noch eine E-Mail-Adresse, Videotelefonie, Downloads, Vodafone-TV - ich glaube, ich breche gleich!). Rein rechnerisch ist es sogal, ob ich bei meinem alten Vertrag bleibe oder umsteige. Das kostet auf 24 Monate gerechnet ungefähr das gleiche, wenn ich die anfallenden Gebühren bei UMTS weglasse und nur am Wochenende telefoniere. Das ist Maketing-Terrorismus pur. Ich will doch nur ab und zu mal von unterwegs telefonieren ...

Freitag, Oktober 14, 2005

The end is nigh ...

Donnerstag, Oktober 13, 2005

Spruch des Tages

"We're not lost. We're locationally challenged."

John M. Ford

Dienstag, Oktober 11, 2005

Java ist nicht nur eine Insel, sondern auch ein Haufen Grütze

Am Anfang schmackhaft, aber wenn man ständig damit zu tun hat, erregt es nur noch Übelkeit.

If I were king: A proposal for fixing the Java programming language's threading problems

Wer leidet eigentlich unter der Trennung von Ministerien?

Bei Eltern sind es in der Regel die Kinder. Die Trennung von Wirtschafts- und Arbeitsressort ruft ganz andere Reaktionen hervor:

"Die alten unheiligen Verbündeten aus Blüms Zeiten kommen jetzt wieder zusammen, und die Gewerkschaften erhalten wieder einen direkten Draht in das Haus". (Ein Wirtschaftsexperte des Ministeriums)

Ja, so was. Die bösen, bösen Gewerkschaften dürfen vielleicht wieder das tun, wofür sie eigentlich da sind: die Arbeitnehmer vertreten.

"Das Wirtschafts- und Arbeitsministerium in einer Hand war segensreich. Ohne die Zusammenlegung beider Ministerien wären die Hartz-Reformen nicht möglich gewesen." (Hans-Werner Sinn, Leiter des Münchner Ifo-Instituts)

Montag, Oktober 10, 2005

Blätterrauschen

Heute bei faz.net:

Große Koalition
Union und SPD einig: Merkel wird Kanzlerin

Darunter:

Erbeben in Kaschmir
"Eine ganze Generation ist verloren."

Ganz abgesehen von einigen zynischen Kommentaren, die mir prompt einfallen wollen, ist es bezeichnend, daß das Leben oder der Tod von tausenden von Menschen offenbar sehr viel weniger wichtig ist, als wer sich den Hintern im Bundestag als Oberschwätzer plattsitzen darf. Zumal erst noch die Wahl zum Kanzler (nein, hier gibt es kein /in, das müssen sich die Kandidaten erst verdienen) innerhalb des Bundestages ansteht. Es gab schon wieder eifrige Gratulaten aus In- und Ausland und die Industrie stellt die immergleichen Forderungen. Da ist es schon beruhigend, daß die wirklichen Katastrophen wo anders passieren und schnell an den Rand gedrückt werden können.

Diagnosing svn

"As we all know, design problems can be "solved" simply by restating them in terms of associative tables."

Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Eine Subversion-Kritik von Tom Lord eine Gegenkritik!

Hier noch zwei sehr interessante Artikel über das Neuschreiben von exisitierenden Programmen: "Things You Should Never Do, Part I" und "Rewrites Considered Harmful?".

Spruch des Tages

"DO NOT ADJUST YOUR MIND: IT IS REALITY THAT IS MALFUNCTIONING!"

R. A. Wilson

Freitag, Oktober 07, 2005

Damals vor ein paar Millionen Jahren ...

... sagte die Erde: "Huch, da juckt mich was!". Heute ist der Ausschlag überall zu sehen. Diagnose: Homo Sapiens.

Es wird oft übersehen, welche Rolle die Überbevölkerung auf diesem Planeten spielt. Sie ist einer der Hauptgründe für Hunger, Verteilungsprobleme, Umweltverschmutzung, Artensterben, Ressourcenverschwendung/knappheit, ungleiche Verteilung des Reichtums,
gewaltätige Konflikte um Hoheitsgebiete/Ressourcen/Glauben/Migration und Nachmittags-Talkshows. Daher sollte man die demographische Entwicklung in Deutschland als fortschrittliche und zukunftsgewandte Errungenschaft preisen.

Donnerstag, Oktober 06, 2005

Bei dieser Wahl haben alle verloren

Die großen Parteien ... sollten langsam erkennen, daß ihre Prollitik vom Volk nicht gewollt ist.
Die Medien ... willige Helfer im Verbreiten von Nicht-Informationen und gierige Unterstützer der Schmierenkomödie aus Berlin.
Die Wähler ... wollen richtungweisende politische Entscheidungen und bekommen Kompetenz- und Postengerangel.
Die Artenvielfalt ... 90% der weltweiten Fischbestände sind vernichtet.
Der afrikanische Kontinent ... geht in einem Strudel aus Krieg, Hunger, Umweltverschmutzung und Missmanagment unter.

Politik wird heutzutage nicht mehr gemacht, sie wird verkauft.

Mittwoch, Oktober 05, 2005

Fachchinesisch für Anfänger

"Die Vorausetzungen erfüllen nicht die internationalen Standards." = "Entweder wir machen es so, wie ich will oder gar nicht."

Dienstag, Oktober 04, 2005

Roger Willemsen - Unverkäufliche Muster

Der Sprachfetischist und Denkakrobat Roger Willemsen ist zurück und er hat seine gesammelten Texte/Glossen/Kommentare mitgebracht, um sie der Welt in gesammelter Pracht zu präsentieren. Die umtriebigen und provokanten Denkvorgänge von 1988 bis 2005 lassen sich in diesem Buch wunderbar nachfolgen und sollten eigentlich allgemeiner Pflichtstoff werden. Aber wie sagte es schon Jack Nicholson so treffend: "Die Wahrheit ... die können sie doch gar nicht ertragen!". Daher wird auch dieses Fanal im Kampf gegen Durchschnittlichkeit, Beliebigkeit und Trivialisierung, im Medienrauschen verhallen, wie eine humanitäre Katastrophe in Afrika zur Fussball-Weltmeisterschaft.